Künstlerische Intelligenz - eine andere Denke?

Künstlerische Intelligenz ist etwas mehr als eine kleine Anreicherung der Instrumentenlogik in KI

Kreativität ist der Mut, dem Tiger die Schnurrbarthaare zu kitzeln

Wir grenzen Künstlerische Intelligenz ganz radikal ab von Künstlicher Intelligenz, genauso wie wir Denken von Google-Logik abgrenzen: Hier Mensch, der in vielfachen und sehr untergründlichen Schleifen denkt und so Neues findet, da Maschinenlogik, die gefangen in Algorithmen im ewig Gleichen dreht. Darum auch stimmt die Aussage „Denken ist wie Google, nur krasser“ nicht nur nicht, sondern zeugt von etwas gar viel Ignoranz und Überheblichkeit. Seit Daniel Kahneman wissen wir ja, dass Letzteres zu einem der wesentlichen Biases der Menschen gehört. Vom Anfang her...

Aber beginnen wir am Anfang (was auch immer wir unter Anfang verstehen): Künstlerische Intelligenz adressiert Kompetenzen, Fähigkeiten und auch eine Grundhaltung, die Künstlerinnen wie Pablo Picasso oder Meret Oppenheim – um mit den Bildenden zu beginnen, eigen sind. Kunstmaler stehen immer wieder auch vor der leeren Leinwand, vor einer – selbstgewählten - riesigen Fläche des Nichts. Einen Moment, eine Stunde, einen Tag, Wochen, Monate, wenn es sein muss auch mal ein halbes Jahr, um zu begreifen, was sich zeigen muss, zeigen will aus dem, was sich aus zufälligen Suchbewegungen, Iterationen und Skizzen entwickelt. Keine Vorgabe, kein Budget, keine KPI, keine Zielvereinbarungen, kein Algorithmus und kein Big Data, das da raushilft – nichts. Und daraus werden Künstlerinnen tätig, da kommen sie in sinnvolles Tun. Während dieser Phase sterben Künstler tausend Tode, durchschreiten viele Täler des Versagens, Vergessens, der Trauer und setzen auf den Mut, den es braucht, „einem Tiger die Schnurrbarthaare zu kraulen“, um auf diese Weise schöpferisch tätig zu werden, um zu gestalten und um auf diese Weise selbsttätig und gestalterisch Einfluss zu nehmen. In diesem Moment, auf diesen Punkt und in diesem sehr speziellen Sinn.

Mir ist klar, dass "In diesem Moment", "auf diesen Punkt hin" vielen recht eigenwillig erscheinen mag. Es verweist darauf, dass Künstler/innen eine sehr lange Zeit aushalten und ausharren können mit und im Nichts (Ausdauer, Resilience, Geduld, reiner Opptimismus), dass sie Präsenz in Reinkultur erleben und leben und dass sie - just - in - time - auf den Punkt bringen können, wofür wir langatmige und schwerfällige Konzepte schreiben.

Weiter im Künstlerische Intelligenz - ein Vortrag!

Facilitate Change - künstlerische Intelligenz

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